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Jahrgangsgemischte Klassen

 

Zum Schulbeginn im September wurden bisher 27 Kinder zur Aufnahme in die Diagnose- und Förderklassen des Landkreises Schweinfurt angemeldet. Wir bilden daraus drei erste Klassen.

Zwei Klassen werden wie bisher als jahrgangsreine Klassen geführt, d.h. in diese Klassen gehen nur Schulanfänger (je ca. 11 Kinder).

Eine Klasse wird jedoch als jahrgangsgemischte Klasse (1. bis 3. Schulbesuchsjahr) unterrichtet werden. Das bedeutet, dass in diese Klassengemeinschaft etwa 3 Schulanfänger (DF1), etwa 3 Schüler im zweiten Schulbesuchsjahr (DF1A) und voraussichtlich 3 Kinder im 3. Schbj. (DF2) gehen.  Jedes Schuljahr verlassen die Schüler im 3.Schbj. die Klasse. Dafür kommen wieder drei Schulanfänger dazu. Zu diesem Schritt haben wir uns nicht etwa aus einer Notlage heraus entschieden, sondern ganz bewusst. Wir sind von den Vorteilen des Unterrichts in einer solchen Klasse überzeugt und möchten damit auch unser schulisches Angebot erweitern.

Solche jahrgangsübergreifenden Klassen gab es früher in kleinen Dorfschulen. Sie gibt es aber auch in reformpädagogischen Schulen, z.B. in der Montessori-Schule.

In einigen deutschen Bundesländern werden solche jahrgangsübergreifenden Klassen zum nächsten Schuljahr verpflichtend an den Regelgrundschulen eingeführt (nicht bei uns in Bayern).

Man hat die pädagogischen Vorteile der Jahrgangsmischung wiederentdeckt und möchte damit den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und teils völlig anderen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnissen heutiger Kinder Rechnung tragen.

Wie in der Familie und im Kindergarten, so lernen in der jahrgangsgemischten Schulklasse Kinder verschiedenen Alters und mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam.

Sowohl die Jüngeren als auch die Älteren profitieren von jahrgangsgemischten Klassen. Jüngere Kinder sehen, was ältere schon können und werden dadurch motiviert. Kinder, die im Lernprozess schon weiter vorangeschritten sind, haben dadurch bessere  Entwicklungsmöglichkeiten. Ältere Kinder haben die  Möglichkeit, durch praktische Vermittlung ihres Wissens an die jüngeren ihr Wissen zu vertiefen und Arbeiten zu wiederholen, in denen sie selbst noch unsicher sind. Kinder können untereinander Sachzusammenhänge oft viel besser erklären.

Neben den Unterrichtsinhalten, die die Kinder erarbeiten, ist uns ihre soziale Erziehung sehr wichtig. Die Lehrkräfte wollen den Kindern helfen, sich zu einem verantwortungsbewussten Menschen zu entwickeln, der mit sich selbst und anderen Menschen liebevoll und aufmerksam umgeht.

Die jahrgangsübergreifende Klasse erfordert neben dem gewohnten, gebundenen Unterricht auch andere Unterrichtsmethoden, die ein mehr eigenständiges und individuelles Lernen ermöglichen, ja sogar erfordern. So lernen die Kinder nach und nach möglichst selbständig nach einem Wochenplan zu arbeiten, in dem die Inhalte aus den einzelnen Schulfächern für jedes Kind vorgegeben sind.

 

Wolfgang Feser, Juli 2005